Clownerie mit SeniorInnen

 

Senioren und Seniorinnen mit Demenz

entdecken Clownerie 

 

Viele Pflegeeinrichtungen, darunter auch viele Altenheime, haben inzwischen regelmäßige Kooperationen mit den KlinikClowns ihrer jeweiligen Stadt, weil sie anerkennen, wie wichtig Lachen und Leichtigkeit für das Wohlbefinden der BewohnerInnen ist.  Daran anknüpfend bieten wir als Clowninnen-Duo einen Clownstheaterworkshop für und mit demenzerkrankte(n) Senioren und Seniorinnen an.  Wir denken, dass Clownerie - als eine Form von Gefühls- und Körpertheater – in diesem Kontext - sehr sinn- und lustvoll sein kann, da Clownstheater die Ebene der Gefühle direkt anspricht und aktiviert. 

In einem Workshop wollen wir gemeinsam und spielerisch in die Welt des Hier und Jetzt, der sinnlichen Eindrücke und der großen Gefühle eintauchen, in welcher auch der Clown zu Hause ist. Auf Kognition und Logik wird verzichtet; einzig das unmittelbare Erleben wird Ausgangspunkt des gemeinsamen Spiels und in-Kontakt-Seins.  

"Beide Clowninnen gingen in ihrer Arbeit sehr gut auf die Fähigkeiten und Ressourcen der Teilnehmenden ein. Durch geschickte Gruppierungen der Teilnehmenden konnte erreicht werden, dass stets für alle Beteiligten ein gesicherter Raum geschaffen wurde, in dem individuelle Erfolge erzielt werden konnten. Gesunde und Erkrankte entdeckten gemeinsam neue Felder, in denen Gefühle im Hier und Jetzt aktiviert wurden. Mit einfachen Mitteln, und vor allem ohen die Erkrankten zu überfordern, wurden unterhaltsame Szenen erarbeitet, die in ihrer Spontanität einen ganz eigenen Reiz entwickelten und alle begeisterten. Dies löste sowohl viel Freude und erkennbare Glücksgefühle bei den Teilnehmenden aus, als auch die Erkenntnis, dass trotz der in vielen Bereichen einschränkenden Erkrankung das gemeinsame Erleben von Schönem möglich ist.

(...) Mithin waren die gemachten Erfahrungen ein wertvoller Projektbaustein der Betroffenengruppe, der sicher wierderholt werden wird."

Auszug aus dem Referenzschreiben der Alzheimergesellschaft Hannover e.V., 2014

Selbstverständnis der Workshopleiterinnen

Der Workshop findet in einfacher Sprache statt, wobei die Übungen und Theaterspiele verständlich erklärt werden und durch Vorführen zum Mitmachen einladen. Wir wollen einen Raum schaffen, in dem es kein Richtig und Falsch gibt und in dem die Teilnehmenden je nach Mobilität und Konzentrationsfähigkeit ihrem Tempo gemäß mitmachen oder ausruhen können. Wir arbeiten prozessorientiert und gehen in der Gestaltung des Workshops auf die gegenwärtigen Bedürfnisse und Gelüste der Teilnehmenden ein.  

Das Clownstheater dient daher der sozialen Gruppenarbeit, nicht andersherum. Es geht in dem Workshop nicht primär um die Vermittlung von Theatergrundlagen, sondern um das Spiel mit Gefühl und Gegenwart, womit wir an die Lebenswelt von Demenzerkrankten anzuschließen hoffen.

Über die Workshopleiterinnen

Arbeit mit Demenzerkrankten

Durch unsere Arbeit als Pflegehilfskräfte in der ambulanten sowie in der stationären Pflege von Demenzerkrankten in der Gustav-Brandtsche-Stiftung Hannover haben wir wertvolle Einblicke in die Bedürfnisse, Wünsche und Ängste des Klientel gewonnen und haben uns bemüht diesen in der Konzeption des Workshops Rechnung zu tragen. Durch eine Kollegin aus der ambulanten Pflege sind wir in Kontakt mit der Alzheimergesellschaft Hannover gekommen, die sich sehr an einem Clownsworkshop interessiert zeigte (siehe dazu Empfehlungsschreiben).

 

Künstlerische Arbeit  

In unserer zweijährigen Clownsausbildung am TUT Hannover (Schule für Tanz, Clown und Theater) haben wir uns viel mit Komik, Improvisation, Körpertheater und Regiearbeit auseinandergesetzt. Durch regelmäßige Weiterbildungen in der Welt des clownesken Theaters und den eigenen Spielerfahrungen im Duo und im Ensemble wächst unser Repertoire an Spielen und Übungen, die die Teilnehmenden ins Spiel miteinander bringen. 

Dauer und Umfang des Workshops

Der Workshop kann einmalig oder als Blockveranstaltung (z.B. drei Tage à 2 Stunden mit Pause) durchgeführt werden. Letzterer könnte in einer kleinen etwa zehnminütigen Aufführung münden, sofern es Gelegenheit im Rahmen eines Hausfestes oder einer Tanzveranstaltung gibt. Die Erfahrung hat gezeigt, dass es möglich ist, mit einfachsten Mitteln eine kurze Einlage zu präsentieren, die für die Teilnehmenden sowie für die Zuschauenden ein kleines Highlight ist. Dies geschieht selbstverständlich nur mit Einwilligung der Teilnehmenden und nach  Einschätzung der Pflegekräfte und Workshopleiterinnen.